Die nächste Generation des HMZ ist da: Das T2 macht vieles besser.

Zweiter Versuch! Sony verbessert Head Mounted Display

Sony gibt nach der eher durchwachsenen Rezeption seines ersten Personal-HMD, dem T1, nicht auf und schießt jüngst mit einer verbesserten Version nach. Das HMZ-T2 ist leichter geworden, sieht noch etwas futuristischer aus und legt dafür auch etwas im Preis nach. Das Prinzip beider HMDs ist gleich: die VR-Brille, die Sony 3D-Viewer nennt, wird an eine Controller-Box angeschlossen. Diese wiederum wird von beliebigen 3D-Quellen von der Konsole bis zum Blu-ray-Player gespeist. Damit das Bild für den Fernseher immer noch zur Verfügung steht, schleift die Box das HDMI-Signal durch.

Der 3D-Viewer wird mit einem Multikabel verbunden. Darin wird das HDMI-Signal von der Box übertragen und die Stromversorgung sichergestellt. Im Helm wird das Signal aufgesplittet. Die Bildsignale verarbeitet die Elektronik für die zwei OLED-Displays, die in der Brille untergebracht sind. Jedes einzelne davon liefert 1280×720 Bildpunkte auf einer Diagonale von 0,7 Zoll..

Den Audio-Anteil übermittelt die Brille an einen Kopfhöreranschluss, der sich in der Nähe des Ohres befindet. Sony verkauft dies als einen Vorteil, weil man selbst die Headphones auswählen kann, die man zum HMZ-T2 tragen möchte. Tatsächlich ist dies aber eher eine Scheinwahl. In-Ear-Kopfhörer passen gut, aber schon mit On-Ear wird es wegen der raumgreifenden Brille schwierig. Für Over-Ear hat Sony definitiv zu viel Plastik um die Ohren gebastelt.

Die eingebauten On-Ear-Lautsprecher mussten in der T2 weichen, wahrscheinlich um Gewicht zu sparen. Von den 420 Gramm des Vorgängers wurden 90 eingespart. Mit 330 Gramm ist die Brille vergleichsweise leicht geworden. Allerdings hat das Ballast abwerfen etwas den wertigen Gesamteindruck leiden lassen. Die Brille verwindet sich leichter und knirscht beim Aufsetzen oder Abnehmen. Der Kopfbügel lässt sich jetzt ingesamt zwar leichter einstellen, dafür ist aber auch die Einstellung der Augendistanz an die Bügeleinheit gekoppelt. Die beidseitigen Halteklemmen werden mittels Knopfdruck gelöst und dann verschoben. Auch die Stirnstütze kann jetzt individuell an den Brauenrücken angepasst werden. Da man die Brille ja üblicherweise nicht permanent anpassen muss, kann man die Verschlechterung der Handhabbarkeit aber durchaus verschmerzen, denn der Tragekomfort hat sich deutlich verbessert. Vor allem der Druck auf das Nasenbein hat deutlich nachgelassen.

Nachteil der neuen Konstruktion sind aber die weiten Abstände zwischen Körper und Brille. Um hier das Licht auszuschließen und gleichzeitig den Tragekomfort zu erhöhen, liegen drei Kunststoff-Blenden bei. Eine davon soll das Licht von unten und über den Nasenrücken ausblenden, die zwei anderen Streulichter, die von oben einfallen.

Die Bedienung des HMZ-T2 erfolgt direkt am Gerät. Dazu sind an der Unterseite des Headsets die wichtigen Tasten für das OSD und die Lautstärkeregelung angebracht. Den Augenabstand stellt man über zwei Schieberegler ein. So kann für jedes Auge die Bildmitte in Richtung unser Blickzentrums gerückt werden. Allerdings lässt sich auch nicht alles einstellen und regeln. Bei den Optiken vor den OLEDs kommt es zu unschöner Vermatschung der Bildränder. Während man im Blickzentrum in der Mitte mit einem sehr scharfen und angenehmen Bild beglückt wird, so lässt die Bildschärfe zum Rand hin deutlich nach. Bei der Hauptanwendung des Filme sehens über den 3D-Viewer wäre das noch nicht dramatisch. Aber bei Videospielen befindet sich üblicherweise am Rand die Statusanzeige. Manche der beschreibenden Texte sind so klein, dass sie in Unschärfe auch nur noch schwer zu lesen sind.

Im Film-Modus kann das HMZ-T2 aber völlig überzeugen und übertrifft wohl auch den Cinemizer von Zeiss was die Bildqualität anbelangt. Die Farben der OLEDs sind kräftig, die sichtbare Auflösung ist fein genug und der 3D-Effekt über die Brille ist jeder Brillentechnik für 3D-Fernseher bei weitem überlegen.

Das HMZ-T2 ist seit diesem Monat erhältlich und kostet rund 1000 Euro. Eine Tracking-Einheit für VR gibt es nicht.

Eine kleine Anmerkung zum Bildmaterial: Zur Vorstellung auf der IFA kursierten noch Videos und Bilder der HMZ-T2 mit einer Kamera nebst der zugehörigen Augmented Reality Vermutungen. Die Kamera befand sich an der Stelle, wo jetzt die blaue LED prangt. Dabei handelt es sich um einen nicht umgesetzten Prototypen der HMZ-T2. Tatsächlich sollte die Kamera nur die Außenwelt aufnehmen und einen Pass-Trough ermöglichen, damit man für Außenwelt-Interaktionen nicht immer die Brille abnehmen muss. Diese Idee wird aber derzeit nicht weiter verfolgt.

Hier die technischen Daten:

  • Display-Typ: 2x OLED
  • Seitenverhältnis: 16:9
  • Auflösung je Auge: 1280×720
  • Field of View: 45 Grad
  • Farbraum: RGB 24Bit LUT
  • Sicht-Äquivalent: 750 Zoll bei 20 Meter Distanz
  • Kopfhörer: Anschlüsse 3,5 mm Klinke
  • Kabellänge zwischen Headset und Prozessor-Einheit: 3,5 Meter
  • Gewicht Headset: 330 Gramm
  • Abmessungen Headset: ca. 210 x 200 x 110 mm (ohne Bänder)
  • Abmessungen Prozessor-Einheit: 180 x 36 x 168 mm
  • Stromverbrauch 15 Watt
  • Anschlüsse: HDMI 1.4a Input, Passtrough HDMI 1.4a Output
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(2) Comments

  1. Pingback: Sony HMZ, die Dritte: Jetzt wirds kabellos | 3D Realms

  2. Pingback: Sony stellt VR-Projekt Morpheus vor | 3D Realms

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