Sony bringt OLED Videobrille auf den Markt
So sieht die Sony-Zukunft aus. Ein Head-Mounted-Display statt einem Großbildschirm

Sony bringt OLED Videobrille auf den Markt

Der Visor aus Enterprise NG wird wohl Realität. Sonys Headset Personal 3D Viewer HMZ T1 sieht sehr futuristisch aus, aber in ihm steckt reichlich Know-How. In Sachen Ergonomie brauchen die japanischen Konstrukteure aber eindeutig noch etwas Nachhilfe.

Zur CES stellte Sony die Cyberbrille zum ersten mal der Öffentlichkeit vor. Jetzt hat sich der Konzern dazu entschieden aus der Studie ein echtes Produkt zu machen und stellt dieses im Zuge der IFA nun vor. Zu den Grundideen vom Januar hat sich nur wenig getan. Äußerlich wurde am Design noch etwas geschrubt, intern blieb wohl alles beim alten. Im Inneren der T1 verrichten zwei kleine 0,7-Zoll OLEDs ihren Dienst. Die OLEDs sind schnell und können ohne Schmiereffekte Film-Material wiedergeben. Ihre Auflösung beträgt je Auge 1280×720 Bildpunkte. Die HD-OLEDs wurden von Sony eigens für das T1 entwickelt, bzw. das T1 HMD ist der Showcase für die HD-OLEDs. Die Pixelauflösung liegt bei 4µm xal 12µm. Das OLED selbst erzeugt dabei weißes Licht und über einen RGB-Filter wird dann das weiße Bild.

Über ein integriertes Linsensystem wird das Bild dann scharf auf das Auge geworfen. Sony gibt an, dass nach der Umwandlung im Linsensystem der Eindruck eines 150 Zoll-Fernsehers in etwa vier Meter Entfernung entstehe. Das klingt zwar erstmal sehr mächtig, aber der Sichtwinkel beträgt in der Tat etwa nur 45 Grad. Das sieht in etwa so, als würde man durch einen innen schwarz angemalten Karton auf einen entfernten Fernseher blicken. Die Brille beschattet im Vergleich zu Zeiss Cinemizer, der auf der CeBIT nur ein paar Stände weiter bestaunt werden konnte, auch ohne Zubehör den Seher komplett und isoliert in von der Außenwelt.

Besonders spaßig und auch namensgebend ist natürlich die Eigenschaft je Auge ein eigenes Bild anzuzeigen. Liegen die beiden Blickwinkel in unserer Augenparallaxe entsteht dadurch ein echtes 3D-Bild. Eine Eigenschaft, die wohl auch namensgebend für den Personal 3D Viewer war. Als Zielgruppe hat Sony trotzdem eher Filmfans im Hinterkopf. Deutlich wird das vor allem am physischen Design des Produktes. Das T1-Headset wird über einen einfachen Bügel über den Hinterkopf getragen. Die schlanken Plastik-Bänder nehmen nur etwas vom Druck auf, den das kopflastige Design des Headsets erzeugt. Die Hauptlast liegt damit auf dem Nasenrücken. Das ist nicht nur unbequem, sondern sorgt auch bei längerem Tragen in aufrechter Position zu Druckstellen und leichten Trageschmerzen. In bequemer Liegeposition für Filme ist das wenig von Belang. Spieler, die angesichts der möglichen 3D-Fähigkeit schon feuchte Augen bekommen haben, können diese jetzt wieder trocken legen. Dafür ist die Brille trotz der technischen Grundvoraussetzung eher weniger geeignet. Grund für das hohe Gewicht ist die komplette Integration der Wandler-Elektronik in die Brille. Das ist insbesondere deshalb erstaunlich, weil das T1-Headset mit einer kleinen schwarzen Anschlussbox in den Handel kommt. An diese wird die Signalquelle via HDMI angeschlossen. Auf der anderen Seite wird dann der Fernseher eingesteckt. Der Cineast hat dann per Wahlschalter die Möglichkeit den Fernseher oder die Brille zu wählen. Hier hätte locker ein Teil der schweren Elektronik ausgelagert werden können. Aber vielleicht spekuliert Sony auch über eine Nutzung an anderen Sony Geräten wie zum Beispiel der Playstation Portable oder der eigenen Handy-Linie. Hier könnte man sich die Box dann sparen, bräuchte dann aber die Schaltungslogik im Headset.

Der Ton kommt beim Personal 3D Viewer über die integrierten Kopfhörer. Die Qualität ist durchaus anständig und mit einem Sony Mittelklasse Hifi-Kopfhörer durchaus vergleichbar. Das zusätzliche Gewicht des Kopfhörers fällt übrigens nicht mehr ins Gewicht, weil diese ausgewogen über dem eigenen Körperschwerpunkt liegen – der Anatomie unseres Kopfes sei Dank.

Hier noch ein paar Tec-Specs:

  • Display-Typ: 2x OLED
  • Seitenverhältnis: 16:9
  • Auflösung je Auge: 1280×720
  • Field of View: 45 Grad
  • Farbraum: RGB 24Bit LUT
  • Sicht-Äquivalent: 150 Zoll bei 4 Meter Distanz
  • Kopfhörer: Integrierte Virtual 5.1 Kopfhörer
  • System: halboffen
  • Impedanz: 24 Ohm
  • Frequenzbereich: 12-24k Hz
  • Kabellänge zwischen Headset und Prozessor-Einheit: 3,5 Meter
  • Gewicht Headset: 420 Gramm
  • Abmessungen Headset: ca. 210 x 200 x 110 mm (ohne Bänder)
  • Abmessungen Prozessor-Einheit: 180 x 36 x 168 mm
  • Stromverbrauch 15 Watt
  • Anschlüsse: HDMI 1.4a Input, Passtrough HDMI 1.4a Output
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