Die Specs des Development Kit 2 sind final. Der Verkauf hat begonnen.

OculusVR startet DK2-Verkauf

Einen Tag nach Sony legt OculusVR auf der GDC2014 nach. Das Development Kit 2 wurde heute nacht in San Francisco offiziell vorgestellt und schon heute können Entwickler und Interessierte sich das DK2 offiziell über die Webseite bestellen. 350 US-Dollar kostet das Schmuckstück, doch dafür bekommen die Kunden auch ein ausgefuchstes Stück Hardware.

In der äußeren Form folgt das DK2 der Oculus Rift dem vorletzten Prototyp-Desing namens Crystal Cove. Und auch innerlich sieht die Oculus Rift jetzt aus wie sein Vorfahr. Zum DK1 hat sich eine Menge geändert, von den Headstraps über die Anschlüsse bis zur Elektronik. Es scheint, als hätte OculusVR hier keinen Stein auf dem anderen gelassen. Doch erst mal der Reihe und vor allem der Wichtigkeit nach.

Das DK2 statteten die Entwickler mit einem ultraschnellen OLED-Display mit einer Auflösung von 1920×1080 Bildpunkten aus. Das Display wird über die Spreizer-Okulare dann geteilt, sodass jedem Auge 960×1080 Bildpunkte präsentiert werden. Das reicht aus um die Bildqualität im Vergleich zum DK1 deutlich zu verbessern, aber es gibt immer noch den Fliegengitter-Effekt. Wer genau hinsieht, kann die Rasterung nach wie vor erkennen. Da dies auch mit dem Crystal Cove Proto so war, blieb bis zum Schluss offen, ob hier nicht noch eine kurzfristige Änderung beim DK2 erfolgt. Hier hat die Oculus Rift auch im DK2 immer noch das Nachsehen gegenüber den Glyph-Prototypen. Mit einer Bild-Persistenz von nur 2 bzw. 3 ms soll das OLED den Smearing-Effekt reduzieren, also das ungewollte Motion Blur, dass zumindest für einen Teil der Motion Sickness verantwortlich ist. Auch die Elektronik wurde optimiert und verringert ungewollte Latenzen. Besonderes Schmankerl für Entwickler: Der früher externe Latency-Tester ist jetzt direkt in das DK2 integriert.

Ebenfalls eine deutliche Veränderung vollzog die Anschluss-Box, sie ist nämlich einfach weggefallen. Die Oculus Rift DK2 wird direkt mit HDMI 1.2b verbunden. Saft und natürlich die Tracking-Informationen laufen über einen klassischen USB-Anschluss. Außerdem verfügt das DK2 über einen noch nicht näher klassifizierten 3,5 mm Klinkenanschluss. Der wird zwar für gewöhnlich für Kopfhörer verwendet, aber darauf angesprochen, zieht sich OculusVR auf den Standpunkt zurück, der Stecker sei für spätere Zwecke, aber eben nicht die Audio-Übertragung. Wir sind gespannt.

Statt der Box kommt das DK2 mit einem Positional Tracking-System, soll heißen, es handelt sich um eine Kamera, die nahe im Infrarot-Bereich die absolute Position des Kopfes im Raum erfassen kann. Ein großer Unterschied zu einer gewöhnlichen Webcam ist erst einmal nicht ersichtlich. Da praktisch jede moderne CMOS-Kamera auch Infrarot sehen kann (einfach mit einer Fernbedienung mal auf die Smartphone-Kamera leuchten), liegt nahe, dass es sich hier um Marketing und eine gewöhnliche Kamera handelt. Die Kamera tastet auch mit einer gewöhnlichen Aufnahmefrequenz von 60 Hz ab, was diese These einfach unterstützt. Aber zumindest ist ein schickes Oculus-Logo darauf zu sehen.

Ebenfalls eine leichte Veränderung zum DK1, aber auch schon in späteren Prototypen zu sehen, wurde das Tragesystem leicht angepasst und ein weiteres Kopfband sichert die Oculus Rift vor dem Verrutschen bei Nickbewegungen. Mit etwa 450 Gramm Gewicht ist das auch dringend nötig. Seit Crystal Cove gibt es dieses Haltesystem bereits und wer schon einmal größere Stirnlampen getragen hat, wird hier eine gewisse Ähnlichkeit erkennen.

Wenn wir schon beim Thema mitgeliefertes Zubehör angekommen sind, so wird dem DK2 trotz seiner Development Kit Rolle gleich noch etwas mehr beigelegt. Zum Lieferumfang gehören ein DVI auf HDMI-Adapter, ein USB-Strom-Adapter, internationale Stromadapter, Linsen für Kurzsichtige und ein Reinigungstuch. Das komplette Paket kostet 350 US-Dollar. Da man aber noch Zoll und Lieferkosten einrechnen muss, kann man hier derzeit Dollar zu Euro nehmen. Mit Lieferung nach Deutschland kostet das DK2 der Oculus Rift etwa 350 Euro. Liefertermin steht noch nicht endgültig fest, aber Ende Juni bzw. Anfang Juli werden die Kits wohl aus der Produktion kommen.

Fazit: Das Warten auf das DK2 hat sich definitiv gelohnt.

Hier noch mal die technischen Daten im Überblick:

  • Display Type: HD OLED
  • Auflösung: 1920×1080 Px (960×1080 je Auge)
  • Wiederholrate: 75, 72 und 60 Hz
  • Persistence: 2 ms/3 ms
  • Field of view: 100 Grad
  • Head-Tracking: 1000 Hz mittels Gyro, Beschleunigungssensor und Magnetsensor
  • Kamera zum Position-Tracking
  • Position-Tracking: Nahe Infrarot, Update-Frequenz 60 Hz
  • Sicht-Äquivalent: 150 Zoll bei 4 Meter Distanz
  • Kopfhöhrer: keine
  • Kabellänge 2,5 Meter
  • Gewicht Headset: ~450 Gramm
  • Anschlüsse Headset: HDMI 1.4b, USB 2.0, 3,5 mm Klinke
  • Anschlüsse Kamera: USB 2.0
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