John Carmack im Interview

John Carmack und sein Head Mounted Display

Wieder einmal gibt es einen spannenden Ansatz für die dritte Dimension. Designlegende John Carmack nutzte die E3 um ein Herzensanliegen vorzubringen. Am Stand von id-Soft zeigte Carmack einen Prototypen eines Virtual Reality Headsets. Dieses soll nicht nur das Bild in 3D zeigen, wie dies bereits andere Headsets bieten. Es soll eine echte Immersion ermöglichen und die Blickrichtung des Spielers in den Raum übertragen. Das erinnert ein wenig an die Bemühungen von Zeiss auf den Cinemizer eine Head-Tracking-Einheit einzusetzen. Für so ein Eintauchen in die Spielwelt muss aber gleich der Programmcode gründlich überdacht und geändert werden. So etwas hätte massive Auswirkungen auf die Darstellung, die Eingabe, ja das bisherige Game-Design müsste von Grund auf neu überdacht werden. Von jemand anderem als John Carmack wäre die Vorstellung des VR-Prototypen also eher wenig spannend. Aber der Schöpfer von Doom hat bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass er Game Design neu erfinden kann.

In der Tat stammt der Prototyp nicht von id-Software und auch nicht von John Carmack, sondern von einem Studenten. Palmer Luckey studiert in Californien Geräte-Design und hat sich das Headset ausgedacht. Sehr vertrauenserweckend sieht das mit Klebeband zusammengehaltene Gerät nicht aus, aber seinen Zweck erfüllt es wohl. Carmack ist regelrecht euphorisch, was die Ausführung angeht. Der Game-Designer präsentierte die Brille auf dem Stand von id-Soft zusammen mit einer für virtuelle Erlebnisse angepassten Version von Doom 3. Aber ein Spiel alleine wird wohl nicht ausreichen, um den Markt dauerhaft zu verändern.

Die 3D-Brille selbst verfügt über ein einzelnes Display, das mit einem optischen Spreizer verbunden ist. Auf der linken Hälfte wird das Bild für eben das linke Auge dargestellt. Analog dann das Bild für das rechte Auge. Beide sind um unsere Parallaxe versetzt und der Spreitzer sorgt dafür, dass wir sie richtig sehen. Im Kopf fügt sich dann das Ganze zu einem Gesamtbild im echten 3D Raum zusammen. Die Bewegung im Raum wird von Lage- und Beschleunigungssensoren wie in jedem Smartphone erfasst und an das Spiel zurückgegeben, sodass die Anzeige der Blickrichtung angepasst wird. Wir konnten das Headset leider nicht selbst ausprobieren. Aber die Eindrücke der Besucher sprechen zumindest Bände  ob der unglaublichen Wirkung auf die User.

Mehr als ein Signal dürfte die Vorstellung auf dem id-Soft-Stand aber nicht sein. Mit Geräten zwischen 800 und 1200 Euro, die derzeit existente Videobrillen kosten, bleibt die VR-Welt wohl noch in weiter Ferne.

Carmack präsentierte auf der E3 einen VR-Prototypen mit dem Alt-Titel Doom 3.

Virtuelle Geste: Designlegende John Carmack zeigte auf der E3 die Zukunft seiner Doom-Reihe mit einem VR-Headset.

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  1. Pingback: Head Mounted Display für die breite Masse | 3D Realms

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