Ismar 2014: Thermotouch – Die Überall-Tastatur

Daniel Kurz von der Metaio weist zu Beginn seines Ismar-Vortrages darauf hin, dass eine wichtige, gleichwertige Komponente der AR oft vergessen wird. Es geht nicht nur um Visualisierung von Informationen, sondern auch die Interaktion mit den Informationen. Auf dem Tablet ist die Interaktion kein Problem, aber mit Wearables fallen die üblichen Eingaben weg.

Die Grundidee der Bedienung am Wearable ist leider nicht intuitiv und oft störanfällig. Die Herausforderung ist nun die echte Welt zu einem interaktiven Bedienelement zu machen. Aus diesem Grund entwickelte Metaio einen Tablet-Prototyp der mit einer Thermokamera ausgestattet ist. Später sollen diese Kameras in einem HMD eingebaut werden. Die Theorie ist einfach. Fassen wir einen Gegenstand an, verändern wir kurzzeitig die Temperatur an den Berührungspunkten. Diese Veränderung kann eine Wärmebildkamera entdecken.

Thermotouch kann auf jeder beliebigen Oberfläche in der Nähe eines augmentierten Objekts Bedienelemente (Slider, Buttons, Steuerkreuze) einblenden. Als Beispiel könnte der Nummernblock einer Telefon-Anwendung auf der Tischplatte augmentiert werden. Die Eingabe per Sprache entfällt, zumal diese in lauten Arbeitsumgebungen auch nicht funktionieren würde. Oder ein eingeblendetes Farbrad könnte bei der Auswahl der richtigen Oberfläche bei einem augmentierten Objekt sorgen.

Die Entwicklungsherausforderung besteht in den unterschiedlichen thermischen Eigenschaften unterschiedlicher Oberflächen und Beschriftungen. So können zum Beispiel Metalloberflächen nicht genutzt werden, weil zwar die thermische Energie gut übertragen wird, aber im Metall so schnell weitergereicht wird, dass die Kamera die Änderung nicht mehr erfassen kann. Bislang kann Thermotouch 90% der Eingaben auf Oberflächen korrekt erfassen.

Bislang ist das Prototypen-System noch nicht sehr schnell in der Erkennung, aber das Ergebnis ist bereits sehr vielversprechend. Demnächst soll das System noch lernen warme und kalte Finger zu identifizieren, die Eingabelatenz soll verkürzt und Multitouch ermöglicht werden.

Eine japanische Forschungsgruppe arbeitet an einer ähnlichen Idee. Dort wird die Verfärbung der Fingernägel durch den Anpressdruck gemessen. Der offensichtliche Haken an diesem Ansatz: mit gefärbten Nägeln ist das System nicht einsatzfähig.

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