iGoggle, iGlasses oder Apple VR? Apple reicht HMD-Patent ein
Apple beschreibt die iGoggles explizit als Variante einer Motorrad oder Skibrille.

iGoggle, iGlasses oder Apple VR? Apple reicht HMD-Patent ein

Nach iPod, iPhone, iPad und Apple TV stehen eine Reihe neuer Produkte von Apple auf dem Plan. Auch wenn Steve Jobs selbst immer gegen das iTV war, riecht es derzeit nach der iWatch. Trotzdem dürfte der jüngst unter der Nummer 20140098009 beim US-Patentamt eingegangene Antrag von Apple für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Es handelt sich um nichts anderes als einen Antrag für eine VR-Brille. Ob das Patent zu einem Produkt führen wird, etwa iGlasses, iGoggles oder der Apple VR geht aus dem Antrag natürlich nicht hervor.

A goggle system for providing a personal media viewing experience to a user is provided. The goggle system may include an outer cover, a mid-frame, optical components for generating the media display, and a lens on which the generated media displayed is provided to the user. The goggle system, or head mounted display may have any suitable appearance.

Das Abstract des Patentantrages zeigt, wie allgemein der Antrag gehalten ist. Es geht um eine Brille, die wederin Form noch in ihrer Zusammensetzung exakt beschrieben wird.

Das beschriebene Head Mounted Display entspricht keiner Innovation, ganz im Gegenteil. Manchen mag vor allem die äußere Formgebung an die Renderings zu OculusVR Kickstarter Kampagne erinnern. Auch die technische Beschreibung ist frei von eigenen Entwicklungen und Ideen. Wie in Patent-Anträgen üblich, beschreibt das Dokument sehr allgemein die Fertigung und Zusammensetzung einer Brille. Ob jetzt Elemente geschraubt oder geklebt werden, aus Spritzguss oder 3D-Druck stammen, praktisch jede Option hat sich Apple hier großzügig eingeräumt. Aber wie gesagt, das ist nicht unüblich, da ansonsten eine Veränderung des Konzepts die Gültigkeit des Patents unterlaufen könnte.

Interessant ist in der Beschreibung der direkte Bezug nur Nutzung mit Media-Playern wie dem iPod oder dem iPhone. Dort soll entweder eine nicht näher spezifizierte kabelgebundene und eine kabellose Nutzung ermöglicht werden. Das setzt ähnlich wie bei der Avegant Glyph einen integrierten Akku voraus. Der ist allerdings in der technischen Beschreibung und den Skizzen genauso wenig beschrieben, wie das mögliche Tragesystem.

Spannend ist vor allem ein kleines Detail auf dem Patent-Antrag. Es handelt sich nicht um ein Design-Patent (in den USA fällt der Gebrauchsmusterschutz ebenfalls unter das Patentrecht), sondern um ein vollwertiges Patent A1. Das bedeutet, dass das Patent auf einem älteren (nach 2001) beruht, das bereits veröffentlicht wurde. Apple reichte das Patent im September 2013 ein, also sehr deutlich nach der Veröffentlichung der Pläne der Oculus Rift, deutlich nach den Sony HMDs und auch nach den Zeiss Brillen. Im Grundsatz wäre das Konzept zumindest nach deutschem Recht längst nicht mehr schützenswert und auch in den USA reicht der Patentantrag alleine nicht. Hier könnte jetzt der besondere Kniff mit dem A1-Patent greifen. Apple bezieht sich hier auf zwei Vorgänger-Patente, deren ältestes aus dem Jahre 2007 stammt. Beide beschreiben aber mitnichten ein VR-Headset, sondern zum einen ein Videoübertragungs-System und zum anderen eine Augmented Reality Applikation, die in einem Kino zusätzliche Informationen auf einem persönlichen Display einblendet. Ob dies genügt um einen Schutz für ein HMD zu erreichen, steht noch nicht fest, zumal im HMD-Antrag die Kameras fehlen, die eine Augmentation erst ermöglichen würden. Abgesehen davon bleibt die Frage ob man mit einem HMD überhaupt noch einen Schutz auf geistiges Eigentum erwirken kann. Bereits 1966 experimentierte der Urvater der Computergrafik Ivan Sutherland am MIT mit einem stereoskopischen Headset.

Aus dem Antrag lassen sich aber zwei Dinge schließen:

  1. Apple glaubt an eine Zukunft der VR
  2. Apple möchte möglichst viel dieser Zukunft mitbestimmen

Insgesamt ist der Antrag ein cleverer Schachzug von Apple. Wird dem Patent stattgegeben, hat Apple bei allen Systemen (außer der Glyph, weil diese keine Displays nutzt) einen Fuß in der Tür und könnte mit einem Patentaustausch selbst sehr günstig an einem Gerät entwickeln.

 

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