Cinemizer OLED
Sportlich sieht die Cinemizer OLED auf jeden Fall aus. Sie verspricht angenehme Heimkino-Atmosphäre an jedem Ort und zu jeder Zeit.

Cinemizer OLED

Etwas länger als erwartet mussten Neugierige auf den Produktstart der Cinemizer OLED warten. Vor über einem Jahr gab es Prototypen bereits auf der CeBIT zu sehen. Jetzt ist das Headset erschienen und beeindruckt vom Fleck weg durch sein sehr futuristisches Design. Die Brille sieht mit ihrem Oakley-ähnlichen Schnitt sehr modern aus. Zwei integrierte Arme führen die Kopfhörer in Richtung der Ohren. Die Cinemizer sieht nicht nur wohl gestaltet aus, sondern sitzt in der Tat trotz ihrer insgesamt 120 Gramm Gewicht bequem auf der Nase. Das relativ hohe Gewicht für die eigentlich schlanke und leichte Brille rührt vom integrierten Akku her. Die Cinemizer kann ohne externe Strom-Versorgung zwischen 2,5 und 4 Stunden problemlos betrieben werden. Carl Zeiss beziffert die Laufzeit sogar mit bis zu 6 Stunden.

Die Cinemizer verfügt über zwei OLEDs mit jeweils 870×500 Bildpunkten Auflösung. Das 16:9-Format kommt der üblichen Nutzung als Videobrille sehr entgegen. Die Cinemizer stellt zwar selbst keine 1080er Auflösung dar, kommt aber mit einem 1080p-Signal mit 60 Hz zurecht. Als Zuspielquelle ist praktisch jedes Videogerät mit einem HDMI-Ausgang geeignet. Aber auch für Smartphones und Tablets gibt es eine Anschlussmöglichkeit. Mit einem als Zubehör erhältlichem Adapter verbindet sich die Brille auch mit dem iPhone. Die integrierten Kopfhörer können auch mittels 3,5-Zoll-Klinkenstecker mit einem Audio-Eingangssignal versorgt werden.

Der Bildeindruck der Cinemizer ist prinzipiell sehr befriedigend. Trotz der winzigen Displays wirkt das Bild alleine durch die Nähe zu den Augen vergleichsweise groß. Zeiss vermittelt einen Eindruck mit der Werbe-Aussage, das Bild entspräche in etwa einem 40-Zoll-Bildschirm auf zwei Meter Abstand. Die Einschätzung kommt in etwa hin. Das Sichtfeld ist damit aber leider noch nicht ausgenutzt. Ein schwarzer Rand um die Displays bleibt. Mit einem zusätzlichen Lichtschlucker den Zeiss EyeShield nennt, kann man den letzten Rest Streulicht ausschließen. Damit auch jeder bequem ein scharfes Bild sehen kann, sind die Okulare vor den Displays getrennt einstellbar. Die Bandbreite reicht von +2 bis -5 Dioptrien. Ein Tragen der Cinemizer über einer Brille ist nicht vorgesehen. Theoretisch kann man sie auch über die Sehhilfe quetschen, aber bequem ist das bei weitem nicht mehr. Auch der See-Eindruck leidet dann massiv unter Schärfeverlusten. Bei anderen Testern der Brille, die ihre Beiträge im Netz veröffentlichten, kam es angeblich auch zu beschlagenen Okularen.

Das Ergebnis im Testbetrieb ist indes durchwachsen. Bei der 2D-Wiedergabe glänzt die Brille mit einem klaren, scharfen und intensivem Bild. Die Qualität günstiger TV-Geräte wird bei Weitem übertroffen. Auch die eingebauten Kopfhörer machen hier eine anständige Figur. Die In-Ear-Plugs liefern einen brauchbaren Klangkörper. Im 3D-Modus sieht das Ergebnis etwas anders aus. Auch wenn Zeiss hier davon ausging, dass bauartbedingt keine Ghosting-Effekte auftreten können, so tritt der Effekt durchaus auf. Ob die Quelle des Ghosting der verwendete Nvidia-Treiber ist, oder es selbst an der Brille liegt, lässt sich leider nicht genau klären. Auch bei Zuspielen von einer 3D-Videoquelle sieht man leichte Kantenunschärfen.

Mit dem optionalen Headtracker kann der Cinemizer OLED auch als 3D-Gaming-Device genutzt werden. Hier wird der 3D-Modus genutzt um eine virtuelle Umgebung zum Leben zu erwecken. Lage und Beschleunigungssensoren übermitteln dem Rechner die Blickrichtung des Users. Mit einem Beta-Treiber lässt sich dieser Eindruck der vollen Immersion auch in Skyrim nachvollziehen. Tamriel war schon auf dem Monitor beeindruckend, aber in 3D wirkt die Fantasy-Welt noch einmal so mächtig. Aber auch hier trüben leichte Kantenunschärfen den ausgezeichneten Gesamteindruck. Wer die Cinemizer als Gaming-Gerät einsetzen möchte, muss für den Headtracker aber noch einmal gut 180 Euro auf den in etwa 650 Euro nicht gerade günstigen Cinemizer draufsatteln.

Die Cinemzier OLED zeigt sich als spannendes Headset mit ihrer Stärke allerdings in der 2D-Darstellung. Im 3D-Modus macht die Brille eine weniger sportliche Figur. Insgesamt ist die Cinemizer aber derzeit das einzige Consumer-Headset für VR, das in Serie produziert wird. Wer also nicht bis zum nächsten Jahr warten kann, findet hier eine erste Einstiegsmöglichkeit, vorausgesetzt er kann das nötige Kleingeld aufbringen.

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  1. Pingback: Zweiter Versuch! Sony verbessert Head Mounted Display | 3D Realms

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