Avegant Glyph: Direkt auf die Netzhaut projizieren

Und wieder gibt es ein neues VR-Headset, zumindest einen Prototypen davon. Seit heute wird er das erste mal live auf der CES in Las Vegas ausgestellt. Der neue Spieler heißt Avegant und sein Projekt nennt er Glyph. Mit der CES wollen die Entwickler eine Kickstarter-Kampagne lostreten. Das fertige VR-Headset soll dann für 500 Dollar den Besitzer wechseln, also gut 100 mehr als die Oculus.

Das Design ist auf jeden Fall schon mal sehenswert, aber das HMD soll es vor allem technisch in sich haben. Avegant stattet das Head Mounted Display, auch wenn das erst mal seltsam klingt, nicht mit einem Displays aus. Stattdessen benutzt das Entwicklerteam zwei Microspiegel-Chips, kurz DMDs. Auf den kleinen Digital Mirror Devices sitzen kleine Spiegel, die mittels ausgefeilter Neigesteuerung einzelne Lichtstrahlen weiterleiten, oder sie in den Lichtschlucker lenken. Bekannt ist diese Technik aus dem Bereich der Beamer. DMDs oder auch gerne als Digital Light Processor (DLP) bezeichnete Komponenten fertigt Texas Instruments seit Jahren für genau diese Anwendung. Avegant hingegen nutzt jetzt in der eigenen Brille zwei DMDs um das Bild direkt auf die Netzhaut zu projizieren, das Auge wird zur Leinwand. Natürlich gibt es schon noch deutliche Unterschiede zum Beamer. Dort werden üblicherweise weiße Lampen mit einem Farbrad kombiniert. Das weiße Licht wird dann entsprechend gefiltert und dann über das DMD und die Optik an die Wand geworfen. Bei der Glyph sind so kleine Lichtmengen nötig, sodass diese leicht mittels LEDs und einer Synchronisierung ihres Aufleuchtens mit dem DMD erzeugt werden können.

Erster offensichtlicher Vorteil der Projektion: Es gibt kein, bzw wenn nur sehr schwach sichtbares Raster (Fliegen-Netz-Effekt), wie er zum Beispiel bei der Oculus Rift auftritt. Zweiter Vorteil: Es gibt nur sehr geringe Verzögerungen. Die DMDs sind extrem schaltschnell und kennen praktisch keinen Overdrive beim Schalten. Das Verfahren der Netzhautprojektion ist indes ja nichts wirklich neues, nur eben in der Glyph, auf clevere Weise umgesetzt. Im Fachterminus nennt sich diese Technik virtuelle Netzhautanzeige oder im englischen eben virtual retinal display. Auch wenn der Name dank Apples Werbemaschine auf hohe Auflösung hindeutet, hat er damit aber nichts zu tun.

Das Field of view ist mit 40 Grad beim derzeitigen Prototypen momentan eher gering. So hat man eher den Eindruck auf eine virtuelle Leinwand zu blicken. Rein theoretisch mit den richtigen DMDs sollten aber bis zu 120 Grad machbar sein. Bei einem späteren Modell kündigte Avegant bereits 80 Grad an.

Beeindruckend ist hingegen das bereits sehr ausgefeilte Design der Glyph. Das HMD sieht erstmal aus wie ein klassischer Bügelkopfhörer. Die beiden Ohrmuscheln dienen aber nicht nur der Audioübertragung, sondern auch als Ankerpunkt eines Drehgelenks. Damit lässt sich die Glyph in den Videomodus schwenken. Zusätzliche Stütze soll die Glyph dann über den Nasenrücken und die Brauen erhalten. Sehr stabil insbesondere in dynamischen Spielelementen wirkt das Konzept aber erst mal doch nicht. Integriert in die Avegant sind außerdem die bekannten Sensoren (3-Wege-Gyro, Beschleunigungssensoren und Magnet-Sensoren) um damit nicht nur Filme zu sehen, sondern auch das Head-Tracking zu realisieren.

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