All-in-One VR-System AntVR in der Kickstarter Vorstellung

antVR: Mit Pistolen-Controller und HMD auf Funding-Jagd

Auf Kickstarter hat sich wieder mal ein VR-HMD zum Funding angemeldet. Entgegen der üblichen MeToo-Geschichten, kommt das antVR genannte HMD aber mit zwei Überraschungen. Die erste, dürfte das Ursprungsland sein, denn die Entwicklung kommt nicht aus den USA, Kanada oder Europa sondern das antVR-Team arbeitet in China, genauer gesagt Peking. Die zweite ist die Kombination von HMD und Controller zur Steuerung. Doch eins nach dem anderen.

Der antVR-Kit setzt sich aus vier Komponenten in zwei Gehäusen zusammen. Das erste ist einfach das HMD, das mit einem Kabel an den Controller geschlossen wird. Der enthält aber ncht nur die Bedien-Elektronik, sondern er enthält zusätzlich ein Akkupaket zur Versorgung des HMDs und die Treiber-Box, in der die Signalaufbereitung vorgenommen wird. Der Controller kann aber sogar noch mehr. So ist er in zwei Grundstellungen zu betreiben. Die eine hat deutliche Pistolenform, die andere sieht mehr wie ein klassisches Zwei-Hörner-Gamepad aus.

Sowohl der Controller als auch das Head Mounted Display sind mit jeweils einem Satz Lagesensoren ausgestattet. So kann nicht nur die Blickrichtung und Geschwindigkeit des HMDs erfasst werden, sondern eben auch unabhängig davon die des Controllers. So sollen Spieler in bestimmten Spielen, wie zum Beispiel Ego-Shootern eine bessere Immersion erfahren. Über die zwei unterschiedlichen Gyro-Systeme lassen sich auch sehr komplexe Bewegungsmuster mit hoher Trennschärfe erfassen, wie zum Beispiel Ducken, Lehnen, Neigen, Gleiten, Schreiten, Springen. Wie das in der Praxis umgesetzt werden kann, muss sich wohl auch erst im Betrieb erweisen.

Doch die Ideen für den Controller sind dabei bei weitem noch nicht ausgereizt. Der Controller übermittelt die Sensor-Informationen mittels Funk an den Quell-Rechner. Gesendet werden soll auf 2,4 GHz und als Empfänger dient ein USB-Stick, den antVR U2B-Modul nennt. U steht hierbei für USB und B für Bluetooth. Damit ist auch das Funkprotokoll geklärt. Der smarteste Zug der Entwickler ist aber ganz sicher die Integration von WHDI, also Wireless Home Digital Interface, einem Funkstandard der eben auch HD-Signale übertragen kann. Allerdings wird diese Version nicht das normale antVR-Kit widerspiegeln. Hier verbindet sich das Kit gewöhnlich über ein HDMI-Kabel. Das AK Wireless wird nur in limitierter Stückzahl auf Kickstarter gespielt und schlägt wesentlich teurer in die Haushaltskasse. Spannend ist auch die Idee die Batterie austauschbar zu gestalten. Sie soll kurioserweise die Form einer Schrotpatrone haben und über die Seite eingeschoben werden. Zwei Batterien sitzen zeitgleich im Controller. Mit WHDI soll das Akkupack drei Stunden halten, ohne sogar ganze acht.

Das HMD selbst ist rein von den Spezifikationen nicht sonderlich überraschend. Es handelt sich um ein LC-Display mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln. Pro Auge entfallen daher 960×1080 Bildpunkte. Vor das Display setzt antVR allerdings zwei asphärische Linsen, die sie mit 100-Grad diagonalem Sichtfeld angeben. Allerdings lässt sich aus dieser Angabe kein Vergleich zu den Wettbewerbern schließen, denn die geben üblicherweise ein horizontales Sichtfeld an. Durch den asphärischen Schliff lässt sich im Grunde keine vernünftige Angabe errechnen. Unter der Annahme des angegebenen Seitenverhältnisses von 4:3 ergäbe sich theoretisch ein Blickwinkel von 80 Grad horizontal. Aber wie bereits erwähnt: ohne Gewähr. Das spannende an den asphärischen Linsen ist allerdings, dass das Team versucht die Netto-Ausbeute der Auflösung zu erhöhen, in dem die gesamte Bildfläche berücksichtigt wird.

Interessant ist das von antVR getaufte Glance-Window. Es sollen einen kurzen Blick auf die Umgebung ermöglichen, um sich zu orientieren. Das Sichtfenster lässt sich allerdings wieder komplett schließen, um eine bessere Immersion zu ermöglichen.

Das antVR soll auf allen einschlägigen Plattformen laufen, sowohl den Konsolen, als auch PC und Android-Geräten. Abzuwarten bleibt natürlich wie die Software-Integration in die Spiele aussehen könnte.

Das Ziel für antVR auf Kickstarter sind 200.000 Dollar. Doch schon jetzt hat das HMD zahlreiche VR-Nauten begeistert und schon fast 80.000 Dollar gesammelt. Mit noch 38 Tagen Laufzeit müsste es schon mit dem Teufel zu gehen, wenn das antVR nicht erfolgreich finanziert würde. Die Pakete für die Backer reichen von 5 Dollar mit virtuellem bis zu 5000 Dollar für den feuchtem Händedruck vor Ort in Peking. Die eigentlichen Pakete für das antVR-Kit liegen dann zwischen 300 Dollar und 500 Dollar. Die teureren enthalten das WHDI-Modul und können komplett kabellos betrieben werden. Manche der Pakete enthalten darüber hinaus noch ein amüsantes Gimmick. Dann ist eine Transformer-Tasche enthalten, die das System aufnehmen kann. Im Spielbetrieb kann die Tasche dann auseinandergefaltet und wie eine taktische Weste getragen werden, um dort zum Beispiel die Ersatz-Akkus zu parken.

Ausgeliefert werden soll das antVR-Kit schon im September 2014.

Hier noch die technischen Daten, die antVR bereits bekannt gab:

  • Display Type: LCD
  • Auflösung: 960×1080 Px je Auge
  • Field of view: 100 Grad diagonal(!)
  • Head-Tracking: Gyro, Beschleunigungssensor und Magnetsensor
  • Motion-Tracking: Gyro, Beschleunigungssensor und Magnetsensor
  • Sicht-Äquivalent: 80 Zoll bei 2,4 Meter Distanz
  • Kopfhöhrer: keine
  • Gewicht Headset: 370 Gramm
  • Anschlüsse Headset: HDMI, WHDI, 3,5 mm Klinke (Audio-Out)
  • Batterie-Laufzeit: 8 Stunden (3h mit WHDI)
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